Die Idee für ein Webprojekt ist gefunden oder der Auftrag für eine neue Webseite ist eingegangen, da stellt sich die Frage: Wo wird das Projekt gehostet? Welche Faktoren spielen bei der Wahl eines Hostinganbieters eine Rolle?

Vor kurzem habe ich den Artikel „Fallstudie: Warum stürzt stuttgart.de bei Google ab?“ im Sistrix-Blog gelesen. Dort vielen die Begriffe „503 Service Unavailable“ und „sparsame Schwaben“ im Kontext des Absturzes der Domain stuttgart.de. Hier wurden bei zu vielen Aufrufen von Crawler der HTTP-Statuscode 503 zurückgeliefert, um so die hohe Last, die durch den Crawler verursacht wird, einzudämmen. Die Folge war ein Einbruch der Sichtbarkeit in den SERPs. Also: Am falschen Ende „gespart“.

Es ist unbestreitbar, dass die Kosten bei der Wahl eines geeigneten Hostinganbieters eine tragende Rolle spielen. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Hostinganbietern ist schnell gemacht, die nächsten Ergebnisse in der Google-Suche warten schon. Im Fall von stuttgart.de war das Blockieren der Crawler explizit gewollt, aber schnell kann bei günstigen Anbietern der Server in die Knie gehen. Die Gründe können vielfältig sein: Die verwendete Hardware, die Bandbreite des Zugangs, der Ort des Rechenzentrums, etc.

Ein Blick in das Google Rechenzentrum

Ein Blick in das Google Rechenzentrum in Council Bluffs

Wie den richtigen Hostinganbieter finden?

Jetzt stellt sich die Frage, wie den richtigen Hostinganbieter finde? Zunächst sollte man sich im klaren sein, was für das jeweilige Projekt für Anforderungen vorliegen. Habe ich ein kleines Webprojekt mit einem geringen Traffic ist die Auswahl an Anbietern sicherlich um ein Vielfaches größer als bei Anbietern für Shopsoftware, wie z.B. Magento oder Shopware. Zur Erklärung: Bei Magento spielt die zur Verfügung stehenden Hardware eine große Rolle, da Magento als sehr Ressourcen hungrig gilt, daher spielt der Webhoster eine wichtige Rolle bei der Erreichbarkeit des Onlinshops.

Aus meiner Sicht ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor bei der Auswahl von eines Hostinganbieters: Der Support. Wie ist der Support geregelt? Bezahle ich für jede Anfrage? Gibt es eine kostenlose Hotline oder Support-Mail? Wie ist die Qualität des Supports? Schnelle und unkomplizierte Hilfe sind je nach Art des Projektes unabdingbar. Fällt beispielsweise ein gut frequentierter Onlineshop über einen längeren Zeitraum aus, bleibt der Umsatz aus. Daher sollte man abwägen, ob die Erreichbarkeit des Servers, und im Fehlerfall die des Supports, immer gegeben ist – auch wenn der Tarif auf den ersten Blick etwas teurer ist.

Für Standardsoftware dürften die meisten Anbieter auf dem Hostingmarkt ausreichen. Sobald aber individuelle Software für das Projekt notwendig ist, resultieren daraus anspruchsvolle Anforderungen in Sachen Beratung und Umsetzung, bspw. für Clustersysteme. Hier sollte auf erfahrene und darauf spezialisierte Anbieter, wie z.B. Hostserver zurückgegriffen werden.

Fazit

In meinen Augen sollte sich vor der Wahl des Anbieters über die grundlegenden Anforderungen und die zu erwartenden Trafficzahlen Gedanken gemacht werden, um so erst einmal abzuwägen in welchem Bereich (Webhosting, eigener Server, Cluster-Systeme) man sich mit dem Projekt bewegen wird. Anschließend kann sich auf die Suche nach geeigneten Anbietern gemacht werden. Viele Hostinganbieter stellen Testaccounts zur Verfügung. Von diesem Angebot sollte auf jeden Fall Gebrauch gemacht werden, um so auch sehen zu können wie die Ladezeiten der zukünftigen Webseite sind.